Was ist eine Allergie?
Katzen haben ständig Kontakt mit Schädlingen, seien es Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Ihr Immunsystem erkennt diese und vernichtet sie, bevor sie daran erkrankt. Tritt ein Schädling in den Katzenkörper ein, so erkennt ihn das Immunsystem und zerstört diesen. Immer häufiger aber arbeitet das Immunsystem zu langsam. Man spricht dann von einer Immunschwäche. Dabei erkranken die Katzen häufig und schwer an eigentlich harmlosen Krankheiten. Arbeitet das Immunsystem zu gut, so fängt es an, ungefährliche Umweltreize als „Schädling“ zu identifizieren und zu bekämpfen. Meistens sind diese ungefährlichen Umweltreize Pollen, Flöhe oder Hausstaubmilbenkot. Milbenkot existiert in allen Wohnungen, besonders Spannteppiche oder Bodenheizung fördern den Kontakt zum Milbenkot. Zeigt der Mensch „Heuschnupfen“ mit Niesen und Husten, so leiden Katzen vor allem unter Haut- und Magenprobleme. Die Pollen kleben wegen dem Fell lange auf der Haut und werden abgeleckt, was eine Reizung von Mund und Magen verursachen kann. Auch gibt es Überempfindlichkeiten gegen Nahrungsmittel oder Zusatzstoffe, was die Futterwahl erschwert. Ähnlich wie beim Menschen zieht eine Allergie weitere nach sich.
Allergische Katzen reagieren mit alljährlich sich wiederholenden juckenden Hautveränderungen. Dabei kratzen sie sich oft blutig. Meistens sind diese Wunden an Kopf, Hals oder Hinterbeinen. Typisch ist, dass sie immer wieder aufgekratzt oder aufgeleckt werden. Futterallergische oder flohspeichelallergische Katzen reagieren das ganze Jahr über.
Das Aufdecken einer Allergie kann sich als schwierig erweisen. In Futtermitteln werden nicht immer alle Inhaltsstoffe deklariert. Flöhe sind nicht immer auffindbar und Pollen schon gar nicht. Saisonales Auftreten, Verschwinden der Symptome durch Flohmittel oder einem Futterwechsel sind meistens die einzigen Verdachtsmomente.
Labormässig kann man Allergien mittels Hauttest oder Bluttest untersuchen lassen. Nahrungsmittel werden so nicht erfasst. Beim Hauttest werden die einzelnen Pollenarten in die Haut gespritzt und die Reaktion beurteilt. Beim Bluttest sucht man Antikörper auf Pollen. Diese Tests untersuchen nur etwa 40 Allergene. Eine negative (ergebnislose) Untersuchung heisst lediglich, dass die Katze auf einen anderen Stoff reagiert.
Eine Heilung bei Allergien ist schwierig. Teppiche entfernen, waschbare Liegeplätze und Futterumstellung sind möglich. Pollen kann man aber kaum abwehren. Regelmässiges Abwaschen würde die Pollen aus dem Fell waschen, ist bei Katzen aber kaum machbar. Futterumstellungen bei Futtermittelallergie sind nur bei Wohnungskatzen machbar, da „Aussenkatzen“ die beste selektive Diät verweigern und weiterhin beim Nachbar ungeeignetes Futter fressen. Pollenelimination ist bei den meisten Balkonhockern ebenfalls nicht ohne Einbusse der Lebensqualität machbar.
Als Lösung bieten sich drei Wege an:
- Alternativmedizin brachte schon manche Besserung. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen „über-den-Ladentisch“ und seriöser veterinärmedizinischer Alternativmedizin.
- Desensibilisierung: Dabei wird (bei bekanntem Allergieauslöser) dieser allmonatlich in zunehmender Konzentration gespritzt. Dabei „gewöhnt“ sich die Katze daran und reagiert nicht mehr so stark.
- als letzte Lösung bietet sich eine regelmässige Cortisonspritze an. Dabei unterdrückt man das überschiessende Immunsystem. Leider sind die häufigsten Nebenwirkungen Gewöhnung an das Medikament und Zuckerkrankheit.
