Vier Gründe, warum Katzen schnurren – und was es bedeutet, wenn sie es nicht tun

24. Sep. 2026 | Katzenmedizin

Das Schnurren gehört zu den vertrautesten Geräuschen im Zusammenleben mit einer Katze. Doch was steckt eigentlich dahinter? Hier vier Gründe, warum Katzen schnurren:

1. Zufriedenheit. Am offensichtlichsten schnurrt eine Katze, wenn sie es warm und gemütlich hat, etwa eingerollt auf dem Schoss.

2. Selbstberuhigung. Auch in stressigen oder schmerzhaften Situationen schnurren Katzen. Die niederfrequenten Schwingungen helfen, die Atmung zu entspannen und Spannung abzubauen.

3. Heilungsförderung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schwingungen beim Schnurren sogar die Heilung von Verletzungen unterstützen und wie ein natürliches Schmerzmittel wirken können. Das erklärt vielleicht, warum sich Katzen oft schneller als Hunde von Operationen erholen.

4. Aufforderungsschnurren. Eine spezielle Form des Schnurrens setzen Katzen gezielt ein, um Futter oder Zuneigung einzufordern. Es ähnelt in der Frequenz dem Weinen eines Babys – kein Wunder, dass wir kaum widerstehen können.

Und wenn die Katze gar nicht schnurrt? Jede Katze schnurrt anders: Manche, wie die Siamkatze, sind wahre Plaudertaschen, andere, wie die Britisch Kurzhaar, eher zurückhaltend. Manche schnurren so leise, dass man es nur beim Berühren von Nacken oder Hals als Schwingung spürt. Fehlt das Schnurren ganz, muss das kein Grund zur Sorge sein – ausser es liegt eine Verletzung der Stimmbänder vor.

Interessant: Wildkatzen schnurren deutlich seltener als Hauskatzen. Eine Theorie besagt, dass Wildkatzenmütter ihre Jungen früh vom Schnurren abhalten, um keine Raubtiere anzulocken. Hauskatzen dagegen haben ihre stimmlichen Fähigkeiten im Zusammenleben mit uns Menschen weiterentwickelt.

Fotos: Katja Hürlimann-Togni